Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) und seine Auswirkungen

 

Die Ratifizierung des Glücksspielstaatsvertrages hat sich sehr lange hingezogen, doch kurz vor den Weihnachtsfeiertagen haben die letzten Bundesländer dem ab 01.01.2008 geltendem Vertrag zugestimmt und unterzeichnet.

Hier könnt Ihr euch den Vertrag downloaden: Glücksspielstaatsvertrag

Mit diesem Vertrag soll nun auch der Sportwetten-Markt ausschließlich durch ein staatliches Monopol geregelt werden. Dies wird im §3 Abs. 1 zum ersten Mal deutlich, in dem Wetten auf ein zukünftiges Ereignis gegen einen Geldeinsatz als Glücksspiel definiert wird.
Im Folgenden (§4 Abs. 4) wird das Anbieten und Vermitteln von Glücksspielen im Internet verboten, d. h. alle Online-Wettanbieter dürfen lt. diesem Vertrag keine Internet-Wetten für Deutsche anbieten.

Nachdem nun alle privaten Online-Buchmacher „verboten sind“, wird unter §21 des Weiteren festgelegt, in welchem Umfang Wetten beim “Monopol-Anbieter” abgegeben werden können.
So gestattet der neue Vertrag keine Live-Wetten, sondern ausschließlich Einzel- und Kombinationswetten, wie es bisher auch schon von Oddset angeboten wurde.
Ebenfalls wird in diesem Paragraphen nochmals das Verbot definiert, dass Wetten auf Sportereignisse nicht über Telekommunikationsanlagen abgeschlossen werden dürfen, also weder über das Internet, noch das Telefon bzw. Fax.

Als eine logische Folgerung aus den oben genannten Verboten resultiert leider auch ein Werbeverbot für Glücksspiele im Internet.
Viele Leser wird dies wahrscheinlich freuen, da das nervige Bannerblinken von dutzenden Wettanbietern auf den Webseiten endlich ein Ende hat.
Doch für alle betroffenen Webmaster aus Deutschland fällt damit auch eine gute Verdienstmöglichkeit weg. Immerhin war dies für Einige die Möglichkeit um den Arbeitsaufwand, sowie die Serverkosten zu decken.

Ich empfehle daher allen Betreibern einer Website in Deutschland vorübergehend die Werbung für Wettanbieter einzustellen, da eventuell einige Abmahnanwälte schon in den Startlöchern sitzen um eine sog. “Abmahnwelle” ins Rollen zu bringen. Ob eine Abmahnung auf Grund des neuen Glücksspielstaatsvertrages überhaupt möglich ist, kann ich noch nicht sagen. Daher habe ich mich auch schon mit einem Anwalt, der mit der aktuellen Rechtssituation im Glücksspielsegment bestens vertraut ist, in Verbindung gesetzt um genauere Informationen zur Werbe-Situation zu erhalten.

Die Auswirkungen:

Auf den Webseiten der staatlichen Lotteriegesellschaften ist das Online-Angebot „ordnungsgemäß“ (lt. Vertrag) eingestellt worden. Den vorhandenen Kunden ist zwar noch ein Login möglich um vorhandenes Guthaben zu transferieren, doch Online-Tippscheine können nicht mehr ausgefüllt werden.
Im Gegensatz dazu werden die privaten Vermittler, wie Tipp24 oder JAXX Ihr Online-Angebot weiterführen. Notfalls – so argumentiert Tipp24 – werden Sie Ihr Recht vor Gericht einklagen.

Bei den Sportwettenanbietern von bwin, bet365 und Co. sind keine Pressemitteilungen bzw. Reaktionen zu entdecken. Wie und ob sich das Wettangebot von privaten Anbietern für Deutsche ab dem 01.01.2008 verändern wird, ist daher abzuwarten. Ebenfalls zeigen die Wallet- und Prepaid-Anbieter (moneybooker, paysafecard und Co.) noch keine Reaktion, so dass z. B. die Ein- bzw. Auszahlung bei privaten Sportwettenanbietern nicht mehr möglich ist.
Somit bleibt es wohl spannend was vor allem am Anfang des kommenden Jahre passieren wird. Sicher eine Menge!
Ich würde mich auch sehr über eure Meinung freuen, dank Kommentarfunktion kein Problem :)

 

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4 Kommentare zu “Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) und seine Auswirkungen”

  1.  

    hallo , wie sicher ist es bei tipp24.com weiterzuspielen.
    wie ist es bei einem größeren gewinn oder kann man rechtlich belangt werden in deutschland.
    wie sieht es steuerlich aus in deutschland
    mfg
    th

  2.  

    Hallo Nicelchen,

    das Problem ist, dass du nach den AGBs den eingezahlten Betrag mindestens 1 Mal umsetzten musst, bevor du eine Auszahlung tätigen kannst.

    Gruß,
    betPedia

  3.  

    mich stört das neue gesetz nicht, was mich stört, dass bwin sich weigert mir 30 euro, die ich vor längerer zeit eingezahlt habe, zu überweisen. dies alles nur, weil ich mich an die gesetze halte
    nicelchen

  4.  

    [...] erst hat eine große Verbraucherschutz-Koalition aus Sozial- und Christdemokraten durch einen neuen Glücksspiel-Staatsvertrag erfolgreich verhindert, dass alle Deutschen durch Online-Wetten und private Lottospiele zu [...]